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Aktuelle Sammelliste der essbaren Wildpflanzen in der freien Natur*

 

AKTUELLE INFO ZUR SAMMELLISTE:
Nun kommt die Natur langsam wieder in die Gänge - allerdings je nach Lage! Mit Scharbockskraut und Bärlauch fängt die erste, frische Saison an. Doch auch die "klassischen" Wintergrünen bilden mit stetiger Sonne und Wärme nach und nach neue Triebe aus.

AKTUELLER STAND DER SAMMELLISTE: 26. Februar 2019

PASSENDE REZEPTE GIBT ES IN GROSSER AUSWAHL >>HIER>>

 

NEU AUF DER SAMMELLISTE

♦ BÄRLAUCH
(Allium ursinum)

Der Klassiker der Wildpflanzenküche hat nun Hochsaison! Die Blätter sind jetzt in allerbester Qualität verfügbar und werden roh als Zutat in Kräuterquark, Dips und Salaten genossen, zur Herstellung von Pesto geschätzt und geben Suppen und Gemüsegerichten sowie Pfannkuchen und Gebäck das unverwechselbare Aroma. Wer jetzt in der frühen Phase der Bärlauchsaison sammelt, muss keine Verwechslungsgefahr mit den giftigen Blättern des Maiglöckchens fürchten, da dieses noch nicht aus dem Winterschlaf erwacht ist. Momentan ist die Verwechslungsgefahr mit den Blättern des Aronstabes und der Herbstzeitlose am größten. Diese sehen aber zum Glück anders aus! Aronstab: Netznervatur auf dem Blatt und keine parallel verlaufenden Blattnerven wie beim Bärlauch. Herbstzeitlose: Kleine, dicht zu einer Art Kelch zusammenstehenden Blätter, aus deren Mitte heraus sich die Samenkapsel entwickelt. Bärlauch dagegen wächst in lockeren, unregelmäßigeren Blattbüscheln.

(c) Birgit Matz

 

Aus dem Buch "Die 12 wichtigsten essbaren Wildpflanzen"; Verlag Hädecke:

(c) Hädecke Verlag, Dr. Markus Strauß, "Die 12 wichtigsten essbaren Wildpflanzen", Seite 16

 

♦ SCHARBOCKSKRAUT (junge Blätter)
(Ranunculus ficaria L.)
Die ersten Blättchen des Scharbockskrautes (rundlich, ganzrandig, fleischig, froschgrün), vor allem im feuchten Waldboden unter Laubbäumen. Manchmal muss man erst das alte Laub wegnehmen, bevor man die jungen Triebe entdeckt. Diese enthalten reichlich Vitamin C und eignen sich bestens als Zugabe im Salat oder im grünen Smoothie. Hinweis: Sobald sich die gelben Blüten zeigen, sollten wir die Pflanzen nicht mehr beernten, da dann die Konzentration an giftigen Alkaloiden zunimmt.

(c) Birgit Matz

 ♦  BIRKE
(Betula pendula / Betula pubecens)
Jetzt beginnt die Saison für Birkenwasser! Das süßlich schmeckende, mineralreiche und belebend wirkende Baumwasser fließt nun reichlich in deren Leitungsbahnen. Statt die Stämme anzuzapfen, kann man auch einfach einen eher waagerecht wachsenden, fingerdicken Zweig mit einer Gartenschere abschneiden, eine Flasche über den Stumpf stülpen und sich diese über Nacht vom Baum befüllen lassen. Dieses Verfahren ist für die Birke weitaus schonender als das Anbohren der Stämme. Der abgeschnittene Zweig kommt zusammen mit Kirschzweigen in einen "Vorfrühlingsstrauß". So ist alles sinnvoll verwertet und mit Respekt und Achtung behandelt.

(c) Birgit Matz

♦ LINDENKNOSPEN
(Tilia platyphyllos)
Die Knospen der Linden munden als Zutat in Salaten wunderbar, einfach einmal einen Esslöffel voll über den Salat streuen. Das tut auch im Hals wohl!

(c) Birgit Matz

♦ EICHE
Jetzt ist die ideale Zeit, um Eichenrinde von jungen (bis etwa 5 Jahre alte Triebe) zu ernten. Diese Rinde steckt voller Gerbstoffe welche man bei diversen Hautleiden für heilende Bäder nutzen kann. Achtung: Nicht zum Verzehr geeignet!

(c) Birgit Matz

♦ HUFLATTICH
(Tussilago farfara)
Die puschelig-weichen, leuchtend gelben Blüten des Huflattichs sind jedes Jahr aufs Neue zuverlässige Frühlingsboten! Die Blätter werden erst viel später erscheinen. Getrocknete Huflattichblüten werden seit alters her als Tee gegen Reizhusten verwendet. Der hohe Gehalt an Schleimstoffen macht die Wirkung aus.

(c) Birgit Matz

 

♦ WILDER SCHNITTLAUCH
(Allium vineale)
Dieser wird wie der „kultivierte“ Schnittlauch verwendet: Als Zutat in den Salat, aufs Butterbrot, in den Kräuterquark oder für einen Aufstrich.

 

♦ WIESENSCHAUMKRAUT
(Cardamine pratensis)
Hier werden die knackig-frischen, aufstrebenden Triebe gesammelt, die sich auf ihre baldige, blassviolette Blüte vorbereiten und nun scharf-würzig schmecken.

(c) Foto Birgit Matz

 

GRÜNE & WILDE DAUERGÄSTE

♦ BACHBUNGE
(Veronica beccabunga)
Blätter und Triebspitzen kommen als Zutat in den Mischsalat oder werden als Aufstrich oder Dip weiterverarbeitet.

Bachbunge
(c) Birgit Matz

♦ BEHAARTES SCHAUMKRAUT
(Cardamine hirsuta)
Das Behaarte Schaumkraut gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse. Es ist eine einjährige, krautige Pflanze mit grundständiger Blattrosette; ihre Fiederblätter sind verkehrt eiförmig. Es schmeckt schön scharf wie Kresse und eignet sich hervorragend als Salatzutat, in den Kräuterquark oder pur aufs Butterbrot.

(c) Birgit Matz

♦ BROMBEERBLÄTTER
(Zarte) Brombeerblätter sind eine hervorragende Quelle für frisches, belebendes Chlorophyll, Mineralien und Spurenelemente. Viele Blätter an den Ranken der Brombeere bleiben bis ins Frühjahr hinein grün erhalten, sie verfärben sich nicht. Die Ranken in Brombeerdickichten erreichen oft Höhen von über einem Meter. Die mit Dornen besetzte Mittelrippe muss mit einer Schere herausschnitten werden. Aufgrund der Rauheit der Blätter eignen sich diese nicht so sehr für den direkten und ganz puren Verzehr – doch für Grüne Smoothies  im Winter sowie in der Übergangszeit sind gut geeignet. Inzwischen wachsen neue Blätter nach.

(c) Birgit Matz

♦ BRUNNENKRESSE
(Nasturtium officinale)
Nur in klaren und vor allem sauberen Gewässern ist die Brunnenkresse zu sammeln. Die zarten Blätter und Triebspitzen schmecken im Salat, Kräuterquark oder auf dem Brot.

Brunnenkresse
(c) Birgit Matz

♦ GÄNSEBLÜMCHEN
(Bellis perennis)
Die Blätter der grundständigen Blattrosette kommen als Zutat in den Wintersalat wie Feldsalat oder Endivie; oder in einen Smoothie mit Gurke, Banane, Zitrone, Apfel und Birnendicksaft (Siehe Rezept im Buch „Wilder Mix“auf Seite 28). Der kräftig-nussige Eigengeschmack wird durch die Zubereitung des Salates mit einem guten Walnuss- oder Haselnussöl und Himbeeressig noch unterstrichen.
Mancherorts können wir die ersten, nussig schmeckenden Blüten als essbare Dekoration gesammelt werden.

♦ GOLDNESSEL
(Lamium galeobdolon)
Die Goldnessel eignet sich besonders für wilde Smoothies: Sie hat allerdings keinen starken Eigengeschmack, d.h. das jeweilige Obst, eine Zitrone oder ein Stück Ingwer kommen geschmacklich deutlicher durch. Doch der Vorteil liegt auf der Hand: Das Wintergrün ist eine hervorragende Quelle für frisches, belebendes Chlorophyll, Mineralien und Spurenelemente.

(c) Birgit Matz

♦ GUNDERMANN/AUCH GUNDELREBE GENANNT
(Glechoma hederacea)
Triebe mit Blättchen sind eine aromatische Gewürzzutat in Saucen, Dips und Salaten und schmecken als Zutat im Wildkräuter-Wasser. Ähnlich der Goldnessel überwintert diese immergrüne Pflanze auch mit ihren Ranken, welche sich schnell wieder neu bewurzeln und ganze Teppichpolster bilden können. Die dunkelgrünen Blätter können darum auch den ganzen Winter hindurch gesammelt werden. Der relativ hohe Anteil an ätherischen Ölen und Bitterstoffen macht sie in kleinen Mengen auch zu einer idealen Zugabe zu Süßspeisen in der Verwendung als süßes Pesto. Pur und als alleinige Zutat schmecken diese jedoch zu intensiv.

(c) Birgit Matz

♦ HIRTENTÄSCHEL, Gewöhnliches
(Capsella bursa-pastoris)
Die Altpflanzen des Hirtentäschels treiben nun aus den Blattachseln und aus der bodenständigen Blattrosette heraus neue Triebe. Diese schmecken würzig-scharf und machen sich sehr gut in einem Dip, als Salatzugabe oder als essbare Dekoration. Hirtentäschel ist ein weit verbreitetes Ackerbeikraut und ist oft auf frisch umgesetzten Gartenbeeten oder auf Brach- und Ödland zu finden. Es schmeckt wie Rucola – was vor allem an den scharf schmeckenden Senfglykosiden liegt.

Hirtentäschel_Capsella_bursa_pastoris_lomme
(c) Wikimedia.com

♦ KLEINE TAUBNESSEL
(Lamium purpureum)
Die kleine Taubnessel blüht sogar mitten im Winter. Man findet das violette Blümchen oft als Begleitkraut in winterlichen Feldsalatbeeten oder Rabatten. Typisch – wie bei den großen Verwandten auch – ist der vierkantige Stängel und die Form der Blüten. Die Triebspitzen der kleinen Taubnessel sind oft violett-grünlich gefärbt. Diese Triebspitzen kann man ganz ernten und in Salaten genießen.

(c) Birgit Matz

♦ KNOBLAUCHSRAUKE
(Allparia petiolata)
Die Knoblauchsrauke gedeiht als so genannte zweijährige Pflanze.Aus dem Samen der Elterngeneration entwickelte sich den Sommer über die ca. 5 cm hohe Tochtergeneration. Diese überwintert mit weichem, glattem, saftig-grünem Laub und wartet darauf, im kommenden Frühjahr ebenfalls zu einer ca. 50 cm hohen Pflanze auszuwachsen und zur Blüte und Samenreife zu gelangen. Erntet man max. ein Drittel der jetzt vorhandenen Blätter, so schadet man der Pflanze nicht. Ideal als Würzkraut und in Salaten und Dips.

(c) Birgit Matz

♦  LABKRAUT
(Galium mollugo)
Die Pflanze wächst als mehrjährige Staude und überwintert mit kurzen dunkelgrünen Trieben, an welchen die quirlständigen Blättchen dichtgedrängt stehen. Man erntet im Herbst/Winter die 1 bis 2 cm kurzen Triebspitzen und verwendet diese als Zutat im Salat, als essbare Dekoration oder im Smoothie.

(c) Birgit Matz

♦ LÖWENZAHN
(Taraxacum)
Die Löwenzahnpflanzen beginnen nun im Herzen der Blattrosetten neue Blätter zu bilden. Man sticht mit einem alten Küchenmesser ganze Blattrosetten aus, entfernt die unteren, alten Blätter rundherum gleich auf der Wiese und bringt die frisch-grünen Herzen der Blattrosetten in die Küche, um sie unter reichlich fließendem Wasser gründlich zu reinigen. In einzelne Blättchen gezupft, sind diese herrlich, gesunde Zutaten im Salat, an Pasta oder als essbare Deko. Wer schon viel davon gefunden hat, kann auch schon ein erstes Pesto daraus zubereiten. Die Bitterstoffe machen den Löwenzahn zu einem „Entgiftungskraut“ oder neudeutsch zu einer „Detox-Pflanze“.

(c) Birgit Matz

♦  NELKENWURZ(BLÄTTER)
Wildes für den wilden Smoothie: Nelkenwurzblätter sind eine hervorragende Quelle für frisches, belebendes Chlorophyll, Mineralien und Spurenelemente.

(c) Birgit Matz

♦ PERSISCHER EHRENPREIS
(Veronica persica)
In der Nachbarschaft der Vogelmiere ist auf humosen Gartenbeeten, dem Kompost oder am Wegrand der Persische Ehrenpreis mit seinen leuchtend hellblauen Blütchen meist nicht weit weg. Auch hier kann man nun die Triebspitzen ernten und als Salatzutat genießen.

persischer ehrenpreis
(c) Birgit Matz

♦ SCHAFGARBE (WIESEN-)
(Achillea millefolium)
Ihre wertvollen Bitterstoffe regen die Entgiftung an! Die Blätter kommen als Zugabe in den Mischsalat oder werden als Tee (frisch oder getrocknet) getrunken. Sie überwintert ja mit zarten, dunkelgrünen Blättern, welche dank ihrer schmalen und länglichen Form sowie der Feingliedrigkeit auch als “Augenbrauen” bezeichnet werden. Die Schafgarbe ist eine altbewährte Heilpflanze und wird zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden und zur allgemeinen Kräftigung eingesetzt. Die Wirkung ist wohl auf ihren Gehalt an Gerb- und Bitterstoffen sowie weiteren sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoiden, Vitaminen und Mineralien zurückzuführen.

(c) Birgit Matz

♦ SPITZWEGERICH/BREITWEGERICH
(Plantago lanceolata)/(Plantago major)
Blätter kommen in den Salat oder in den Smoothie oder als Beigabe zu einem Gemüsegericht. Spitzwegerich auch getrocknet als Hustentee (zum Trocknen und als Vorrat).

Spitzwegerich
(c) Birgit Matz
Breitwegerich
(c) Birgit Matz

♦ VOGELMIERE
(Stellaria media)
Die Vogelmiere war schon den ganzen Winter über ein treuer Begleiter und treibt nun schon wieder neue, saftige Triebe aus. Diese schmecken wunderbar mild nach Erbsen und ergeben einen schmackhaften Salat oder kommen in den Grünen Smoothie. Kleingeschnitten schmecken sie im Kräuterquark oder als deftiger Brotaufstrich. Als Zutat in die Gemüsesuppe oder wie Spinat gekocht. Eine Handvoll frischer Triebspitzen als Teeaufguss regt die Nieren an.

Vogelmiere
(c) Birgit Matz