BRENNNESSEL
(Urtica)

Sammelzeit
Triebspitzen und Blätter: Ende März bis November
Samen: Mitte Juli bis Anfang September
Wurzeln: Oktober bis Februar

Rezeptvorschläge und Anwendung
Aus getrockneten Blättern wird ein Tee oder eine Mischung zubereitet. Er eignet sich vor allem für Frühjahrskuren, denn er durchspült gründlich die Nieren (nur für eine Kurzeitanwendung). Für einen Grünen Smoothie kommen eine Handvoll Blätter zusammen mit Obst und Datteln in den Mixer. Auch als Frischpresssaft entfalten die Blätter ihre gesunde Wirkung. Als gekochtes Gemüse – zusammen mit Giersch oder Melde – werden die Blätter wie Spinat zubereitet. Pizza, Quiches und salzige Kuchen schmecken lecker mit Brennnesselblättern. Ein Pesto aus den Samen ist eine gute Alternative im Winter. Die Samen lassen sich aber auch gut über Suppe, Salat oder ins Morgenmüsli streuen. Auch auf einem Butterbrot schmecken sie köstlich.

So sieht Brennnessel aus
Die Brennnessel ist eine ausdauernde Staude mit 30-150 (200) cm Höhe und einem vierkantigen Stängel. Der Wurzelstock ist lang und kriechend. Die Pflanze ist mit kurzen Borstenhaaren und langen Brennhaaren besetzt. Die dunkelgrünen Blätter sind gegenständig mit kurzen Stielen und schmalen Nebenblättern. Die Blätter sind länglich-eiförmig, am Rand grob gesägt. Aus den Blattachseln wachsen die Blüten in leicht hängenden Rispen; dabei stehen weibliche (stärker hängend und leicht rötlich) und männliche Blüten (aufrechter stehend und grünlich) auf verschiedenen Pflanzen. Die Frucht besteht aus sehr kleinen, einsamigen, dunklen Nüsschen.

Über die Pflanze
Die Faserpflanze Brennnessel ist eine weit unterschätzte und doch einem jedem bekannte und gleichzeitig unbeliebte Pflanze, denn jedes Kind weiß, dass das bloße Berühren ein unangenehmes Brennen mit sich führt. In ihren langen Brennhaaren sind Histamin, Ameisensäure und weitere reizende Stoffe versammelt, die für diese starke Abwehr sorgen. Aus ihren Fasern wurden bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts strapazierfähige Nesselstoffe, Netze oder Seile hergestellt. Erst vor kurzem wurde diese alte Tradition wiederentdeckt. Im Volksmund sagt man darum auch Donnernessel, Haarwurz oder Hanfnessel zu ihr. Sie wächst in ganz Mitteleuropa entlang von Feld- und Waldwegen, in Hecken und an Zäunen, an Waldrändern und in Auwäldern mit nährstoffreichen, feuchten Böden. Somit zeigt sie an ihren Wuchsstandorten die Höhe des Stickstoffgehalts an. Inhaltlich ist sie ein wahres Kraftpaket mit organisch gebundenen Mineralstoffen - besonders Calcium - mit einem hohen Gehalt an Vitamin C, Provitamin A und Eisen sowie hochwertigem Eiweiß. Auch die Samen sind voller gesunder Nährstoffe mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Mineralien und Spurenelementen. Letztere wirken vitalisierend und potenzsteigernd. Bei einem Vergleich mit Kulturgemüse trumpft die Brennnessel bei fast allen Nährstoffen mit dem höchsten Gehalt auf, denn sie weist teilweise bis zu fünf Mal so viele Vitalstoffe wie Kopfsalat und Co. auf. Der Geschmack der Blätter ist würzig, herb und spinatähnlich. Die blutreinigende, blutbildende, basenbildende und harntreibende Wirkung der Brennnesselblätter wird auch naturheilkundlich eingesetzt. Als Tees, Haarwuchstinktur und in der Homöopathie findet sie ihre Anwendung. Eine Tinktur aus den Wurzeln hilft bei Prostataproblemen.

(C) Foto: Birgit Matz

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