GIERSCH
(Aegopodium podagraria)

Sammelzeit
Blätter und Stängel: Februar bis Oktober
Blüten: Juni

Rezeptvorschläge und Anwendung
Die jungen Blätter und Stängel kommen als rohe Zutat in den Salat, in ein Wildkräuterpesto, pur aufs Butterbrot, in Saucen und Kräuterdips oder in den Grünen Smoothie. Auch ein reines Gierschgemüse kann aus den (zarten) Blättern zusammen mit Zwiebel, asiatischen Gewürze und Erdnusscreme zubereitet werden. Ältere Blätter und Stängel kommen als würzende Zutat kleingeschnitten ins Mischgemüse, in den Spinat oder in Suppen. Auch in Quiches oder auf eine Pizza schmeckt der Giersch als Zutat lecker. Die Blüten sind eine essbare Dekoration. Zum Aromatisieren von Limonaden oder Tee eignen sich vor allem die jüngeren Blätter.

So sieht Giersch aus
Die Form der Blattscheiden am Blattstiel erinnert an den Huf einer Ziege („Geißbock“). So sind übrigens die weiteren Beinamen im Volksmund auch Geißfuß oder Dreiblatt. Die Blattstiele sind dreikantig, die Blätter grundsätzlich dreiteilig. In der freien Natur ist Giersch sehr wuchsfreudig. Man findet ihn an Orten mit schattigen und feuchten Gebüschen, in Auwäldern sowie in lichten Laubwäldern, an Wegrändern oder in Parks. Als ausdauernde Staude wächst Giersch einen halben Meter hoch; der kantig gefurchte Stängel des Haupttriebes aus welchem später die Blüten hervortreten, steht aufrecht und ist oben verzweigt. Nur der Haupttrieb ist rundlich und hohl. Die wechselständigen Blätter sind 3-zählig entweder einfach oder doppelt gefiedert sowie dreikantig gestielt; der Blattrand ist fein gesägt. Die Blätter sitzen mit Blattscheiden am Stängel. Die weißen Blüten stehen in flachen Dolden ohne Hüllblättchen. Die Früchte bestehen aus gerippten Doppelnüsschen. Die starkwüchsige Wurzel bildet lange, unterirdische Ausläufer, was ihn so ausbreitungsfreudig macht.

Über die Pflanze
Die Form der Blätter erinnert an einen Hufabdruck einer Ziege („Geißbock“), der ebenso dreigegliedert ist. So lautet auch der Giersch im Volksmund Geißfuß, Dreiblatt oder Zipperleinskraut. Letzterer weist auf die volksheilkundliche Anwendung bei Rheuma und Gicht hin. In Klostergärten wurde er hierfür kultiviert. Giersch ist äußert vital und wuchsfreudig und liebt schattig und feuchte Gebüsche, Auwälder sowie lichte Laubwälder, Wegränder, Parks, Gärten und Wiesen. Dort kann er regelrechte Hochstaudenfluren ausbilden, was auch so manchen Hobbygärtner ärgert. Er bevorzugt zudem nährstoffreiche Böden und er wächst europaweit in den feucht-gemäßigten Zonen, in Asien und auch in Nordamerika. Giersch ist somit ein sammlerfreudiges Wildgemüse, was dazu noch aromatisch und würzig nach Petersilie und Sellerie schmeckt. Nach einer gezielten Mahd erhält man sogar wieder frisch nachwachsenden Giersch mit zarten Blättern. Er sorgt somit für wohlschmeckende und wertvolle Mahlzeiten und sollte daher auch in Hausgärten gerne gesehen werden. Giersch enthält viele wichtige Mineralien sowie Spurenelemente wie Eisen, Mangan und Kupfer, Vitamin C, Provitamin A, hochwertiges Eiweiß als auch ätherische Öle und Cumarin als sekundärer Pflanzenstoff. Die jungen Blätter vor der Blütezeit sind besonders fein und aromatisch. Ältere Blättern entwickeln mehr würzendes Aroma und sind geschmacklich herber. Die naturheilkundliche Anwendung bezieht sich auf die harntreibende, harnsäurelösende, abführende, entwässernde und entzündungshemmende Wirkung des Gierschkrauts. Man bereitet daraus Tee, Tinkturen, Frischpresssäfte oder auch Sitzbäder.

 

(C) Foto: Birgit Matz

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