LÖWENZAHN
(Taraxacum)

Sammelzeit
Stiele und Blüten: April-Mai; im Herbst schwächer
Blätter: April-September, Blattrosette ganzjährig
Wurzel: Oktober bis Februar

Rezeptvorschläge und Anwendung
Um das Bittere der (vor allem älteren) Blätter abzuschwächen, können diese vor der Weiterverarbeitung 10 Minuten in kaltes Wasser eingelegt werden. Bewährt hat sich zudem eine süße Kombination mit Äpfeln oder Birnen; damit sind dann zudem verschiedene Geschmacksrichtungen abgedeckt. Die Blüten werden nicht gewaschen, sondern nur ausgeklopft. Die Blätter sind eine Zutat für Salate, kommen in den Grünen Smoothie oder in ein Pesto. Die Blüten sind – einzeln zerpflückt – eine essbare Dekoration oder werden in Knospenform als Kapern in Essig eingelegt. Ganze Blüten werden zu einem Gemüse mit asiatischen Gewürzen und Erdnusscreme gekocht. Aus dem Kaltauszug der Blüten wird ein Gelee oder ein Sirup zubereitet. Löwenzahn-Honig aus dem Kaltauszug der Blüten ist eine Delikatesse, die mit Kokosblütenzucker weniger süß wird. Das Löwenzahnwurzelgemüse wird mit Zwiebeln und Knoblauch in einer Pfanne kurz angebraten und mit Gemüsebrühe abgelöscht. Die Wurzel eignet sich auch für eine Teezubereitung. Der frisch gekaute Stängel kann als Kaugummiersatz dienen – zuerst mit bitterem, später mit süßerem Geschmack.

So sieht Löwenzahn aus
Löwenzahn ist eine mehrjährige Staude mit 10-40 cm Höhe und einer grundständigen Rosette, mit der er überwintert. Die Pfahlwurzel ist kräftig und fleischig und reicht ungefähr 30 cm bis 1 m tief. Der Stängel ist blattlos und hohl. Alle Pflanzenteile beinhalten einen weißen Milchsaft. Die gegenständigen, grasgrünen Blätter wachsen je nach Standort aufrecht oder liegend aus der Rosette und sind länglich, unregelmäßig sägezahnartig gelappt oder haben tiefe Fiedern; der Endlappen ist dreieckig. Der Blütenstiel ist schwach befilzt. Der einköpfige Blütenkorb hat einen Durchmesser von 3-6 cm mit vielen, kleinen goldgelben Zungenblüten; die Hüllblätter sind zurückgeschlagen. Die Blüten öffnen sich bei Sonne; doch spätnachmittags und bei Regen schließen sie sich. Die Früchte sind lang geschnäbelt, einsamig und mit unzähligen, weißen beschirmten Flughaaren - bekannt als „Pusteblume“ - ausgestattet.

Über die Pflanze
Löwenzahn ist eine robuste, dankbare sowie alt bewährte Heilpflanze. Sie hat fast das ganze Jahr über Saison, und alle Teile des Löwenzahns können verwendet werden – von der Wurzel bis zur Blüte. Hochsaison ist im April und Mai; dann schmecken die jungen Blätter besonders zart, würzig und weniger bitter. Dazu gibt es vom Löwenzahn unzählige Unterarten, er ist fast überall auf der nördlichen Erdhalbkugel verbreitet, wächst im Gebirge bis auf 2800 Metern und ist damit sehr sammlerfreundlich und nicht nur bei Bienen beliebt. In der Selbstversorgerküche hat Löwenzahn einen hohen Stellenwert, denn er enthält viel Kalium, dazu die Vitamine C, D und E, B-Vitamine, auch Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink sowie Bitterstoffe. Diese wirken auf das Leber- und Gallensystem und steigern die Entgiftung als auch die Entwässerung – ideal für eine blutreinigende Frühjahrskur. Die im Herbst geerntete Wurzel enthält zudem noch Inulin, was sich günstig auf die Darmflora auswirkt. Für die naturheilkundliche Anwendung werden Teemischungen aus der Wurzel, Tinkturen, Pulver und Frischpresssäfte angeboten. Der in allen Pflanzenteilen enthaltene weiße Milchsaft verfärbt sich unter Lufteinwirkung bräunlich, ist aber keineswegs giftig. Allenfalls entstehen braune Flecken auf der Kleidung.

(c) Foto: Birgit Matz & Markus Strauß

 

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